25. August 2021

Wer kennt es nicht: Dieser kleine unachtsame Moment, in dem einem das Handy aus der Hand auf den Boden fällt und das Display einen Riss bekommt. Oder dieses Platsch-Geräusch, wenn das Handy beim Toilettengang aus der Hosentasche ins Klo fällt. Doch was sind die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei solchen Hardwareunfällen? Im Internet finden Sie viele Tipps, aber sind diese auch wirklich hilfreich oder verschlimmbessern sie den Schaden nur? Wir nehmen drei der bekanntesten Mythen genau unter die Lupe und sagen Ihnen, was Sie in diesen Situationen wirklich unternehmen sollten.

1. Mythos: Reis hilft bei Feuchtigkeit in Smartphones

Was sind die Erste-Hilfe-Maßnahmen, wenn Ihr Handy ins Wasser fällt oder Feuchtigkeit abbekommt? Ein weitverbreiteter Mythos besagt, dass Sie ihr Smartphone in Reis legen sollten, da Reis die Feuchtigkeit aufsaugt. Aber stimmt das auch?

Wer meint, sein nasses Smartphone lediglich in Reis zu legen, dem sei gesagt: Dieser Mythos ist falsch. Denn es bedarf leider viel mehr Aufwand, damit Sie hoffentlich Ihr Gerät nach Trockenlegung wieder nutzen können. Was richtig ist: Reis nimmt Feuchtigkeit auf. Alternativ können Sie Kieselgel-/Silicagel-Päckchen verwenden, die beim Kauf von neuen Schuhen oder Taschen dabei liegen. Jedoch sitzt das Problem bei einem Wasserschaden viel tiefer im Gerät. Nach 48 Stunden sollte die Feuchtigkeit durch den Reis aufgenommen worden sein und die Daten können hoffentlich gerettet werden. Doch im Inneren des Gerätes befinden sich noch Mineralien, die im Nachhinein unschöne Schäden anstellen und zu einem Totalausfall führen können.

Unser Tipp:

  1. Wenn das Gerät nass wird, schalten Sie es sofort aus und drücken keine weiteren Tasten.
  2. Wischen Sie das Gerät mit einem weichen Tuch trocken.
  3. Schütteln Sie das Gerät vorsichtig, um Wasser aus den Ladeanschlüssen zu entfernen. Jedoch nicht zu stark, damit sich die Flüssigkeit im Inneren nicht noch weiter verteilt.
  4. Entfernen Sie die SIM-Karte.
  5. Legen Sie das Gerät in Reis oder Kieselgel-/Silicagel-Päckchen, um die Feuchtigkeit aufzunehmen und lassen es 48 Stunden trocknen.
  6. Sobald es trocken ist, laden Sie Ihr Handy auf.
  7. Falls es nicht angeht oder ein späterer Schaden durch Mineralien auftaucht, sollten Sie weitere Schritte einem Spezialisten überlassen, der es von innen reinigt.

Info: Bitte nehmen Sie auch Abstand von den Mythen, dass feuchte Smartphones mit einem Föhn oder im Backofen getrocknet werden können. Hierdurch kann der Schaden noch vergrößert werden.

2. Mythos: Zahnpasta hilft bei Kratzern im Display

Was sind die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei fiesen Kratzern im Display? Ein Mythos besagt, dass Sie mit Zahnpasta die Risse wegpolieren können. Was ist dran an dem Gerücht?

Um die Zähne richtig gut zu reinigen, enthält Zahnpasta kleine Partikel, die sich zum Polieren und Schleifen eignen. Aus diesem Grund verwenden viele Zahnpasta, um kleine Risse im Display weg zu polieren. Doch Vorsicht: Optisch können die kleinen Kratzer zwar für kurze Zeit behoben werden, doch die Zahnpasta setzt sich lediglich in die feinen Rillen und verschwindet nach einiger Zeit wieder. Zudem sollten Sie beachten, dass gerade größere Risse oder Kratzer durch Zahnpasta vergrößert werden können. Deshalb ist dieser Mythos falsch!

Unser Tipp:

  • Wenn Sie bereits Risse im Display erkennen, sollten Sie dieses austauschen, bevor es anfängt zu splittern.
  • Sorgen Sie vor: Für den optimalen Schutz Ihres Displays sollten Sie grundsätzlich Panzerglas als Schutzfolie verwenden.

3. Mythos: Ein- und Ausschalten hilft bei vielen Hardwareproblemen

Was sind die Erste-Hilfe-Maßnahmen, wenn das Smartphone lange lädt oder Fehler anzeigt? Ein Mythos besagt, dass Sie das Handy ausschalten und nach ungefähr drei Sekunden wieder einschalten sollten. So würden sich viele Probleme von selbst regeln. Aber stimmt das auch?

So simpel es sich anhört, so ist es auch: Häufig erledigen sich die Komplikationen mit den technischen Geräten von selbst, wenn diese einfach einmal aus- und wieder eingeschaltet werden. Deshalb ist dieser Mythos wahr!

Das Ein- und Ausschalten hilft unter anderem:

  • bei vielen Softwareproblemen,
  • wenn sich das Gerät aufgehängt hat,
  • um Altlasten aus dem Betriebssystem zu entfernen, dadurch reagiert das Handy wieder schneller.

Bei größeren Herausforderungen hilft dieser Trick meist nicht, aber auf einen Versuch können Sie es immer ankommen lassen. Alternativ kann auch ein kompletter Reset des Gerätes sinnvoll sein. Lesen Sie sich hierfür jedoch vorher die Gebrauchsinformation Ihres Gerätes durch.

Unser Tipp:

  • Damit es erst gar nicht zu Problemen kommt, empfiehlt es sich Ihr Handy einmal wöchentlich aus- und wieder einschalten.

Keine Mythen, sondern Fakten:

  • Schützen Sie das Handy Display für eine lange Lebensdauer. Eine gute Hülle und Panzerglasfolie helfen, Glasschäden vorzubeugen.
  • Handeln Sie niemals vorschnell! Bevor Sie durch eine zu eilige Handlung noch mehr Schaden am Gerät anrichten, sollten Sie sich gut informieren oder direkt zum Spezialisten gehen.
  • Die oberste Priorität bei einem Hardwareproblem ist immer die Sicherung der Daten. Doch gerade bei Smartphones kann dies je nach Schaden sehr aufwendig, mitunter sogar unmöglich sein. Deshalb ist es wichtig regelmäßige Back-ups durchzuführen.
  • Tun Sie sich und Ihrer Hardware den Gefallen und überlassen das Öffnen des Gerätes einem Experten. Dieser hat das entsprechende Equipment und Know-how über die einzelnen Bestandteile und weiß bestens über deren Zusammenspiel Bescheid.
  • Damit Ihr Gerät generell eine längere Lebenserwartung hat, empfehlen wir eine regelmäßige Reinigung. Wie dies richtig geht, lesen Sie in unserem Blogbeitrag „Wertvolle Tipps, wie Sie Ihren PC, Laptop oder Ihr Smartphone optimal reinigen“.

Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass Sie bei einem Hardwareschaden nicht vorschnell handeln sollten. Dies könnte den Schaden womöglich noch größer machen. Das Gleiche gilt auch für das Aufschieben einer Reparatur, denn auch dadurch kann der Schaden noch größer werden.

Für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Hardware zur Verfügung stellen, empfehlen wir unser Lifecycle Asset Management (LIAM). Falls ein Hardwareschaden auftauchen sollte, haben Sie die Möglichkeit uns diesen zu melden und wir kümmern uns um alles Weitere: von der Beschaffung über die Konfiguration bis hin zur Altgeräte-Entsorgung. Dank unseres 24-Stunden-Austausch-Services erhalten Sie im Schadenfall oder bei Verlust werktags innerhalb von 24 Stunden ein Ersatzgerät, welches sofort einsatzbereit ist. So verlieren Ihre Mitarbeiter keine wertvolle Zeit und können direkt effizient weiterarbeiten.

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