8. Dezember 2020

Arbeiten im Homeoffice: Was sind die Vor- und Nachteile?

Um das Coronavirus einzudämmen, sind viele Mitarbeiter von ihren Arbeitgebern angehalten worden, von zu Hause aus zu arbeiten. Viele freuen sich über die Entwicklung, fällt doch die lästige Fahrt zum Büro weg und das Arbeiten im Jogginganzug wird zum Alltag. Anderen fehlt das Rauskommen aus den eigenen vier Wänden und der kleine Plausch in der Kaffeeküche. Zumal sich einige Arbeitnehmer beschweren, dass mehr Kosten auf sie zukommen, wenn sie jeden Tag im Homeoffice arbeiten. Viele Mitarbeiter haben sich bereits neue Möbel wie zum Beispiel einen Bürostuhl gekauft, da sich der Rücken bemerkbar gemacht hat. Wer kommt für die Kosten auf?

Mehrkosten im Homeoffice

Wenn Sie anstatt im Büro jetzt jeden Tag zu Hause arbeiten, haben Sie tatsächlich auch mehr private Kosten. Ihr Laptop, Bildschirm und Drucker fressen Strom, Sie möchten es tagsüber gemütlich warm in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung haben und heizen dementsprechend mehr. Auch den Kaffee, Tee oder das Wasser müssen Sie selbst zahlen, wenn Sie den vorher vielleicht vom Arbeitgeber spendiert bekommen haben. Verivox hat ausgerechnet, dass mit einem rund vier Prozent höheren Heizbedarf im Homeoffice gerechnet werden muss.

Diese aufkommenden Mehrkosten hat die Große Koalition eingesehen und plant eine Steuererleichterung für Arbeitnehmer, die während der Corona-Pandemie von zu Hause aus arbeiten. Geplant ist eine Homeoffice-Pauschale für Arbeitnehmer von fünf Euro pro Tag. „Gerade die Leistungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und vor allem der Eltern im Homeoffice bedürfen aus Sicht der Bundesregierung einer besonderen Unterstützung“, heißt es in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums. Die Steuerpauschale soll in das Jahressteuergesetz 2020 aufgenommen werden und zunächst auf zwei Jahre begrenzt werden. Die Homeoffice-Pauschale zur Steuererleichterung wird jedoch gedeckelt: So kann ein Mitarbeiter lediglich bis zu 600 Euro im Jahr steuerlich geltend machen. Bis dato konnten Arbeitnehmer Kosten für das häusliche Arbeiten nur steuerlich absetzen, wenn ein Arbeitszimmer existiert, welches nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird.

Es sind noch einige Fragen zur Homeoffice-Pauschale offen

Die Homeoffice-Pauschale ist noch nicht verabschiedet, wird aber kommen. Unklar ist noch, ob sie zusätzlich zum Arbeitnehmerpauschalbetrag kommt. Bis dato konnten Arbeitnehmer Werbungskosten in Höhe von 1.000 Euro in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Wenn die Pauschale jetzt zusätzlich kommt, wären es maximal 1.600 Euro, die geltend gemacht werden können. Hier würde dem Fiskus einiges an Steuergeldern durch die Lappen gehen.

Die Frage, ob die Homeoffice-Pauschale und die Pendlerpauschale zusammen geltend gemacht werden können, ist bereits vom Tisch. Wenn Sie ins Büro fahren, können Sie wie gewohnt die Entfernungspauschale von 30 Cent je Kilometer für den einfachen Weg beanspruchen. Die Homeoffice-Pauschale können Sie bei der Steuer nur einreichen, wenn Sie tatsächlich zu Hause geblieben sind. Arbeitnehmer, die einen einfachen Arbeitsweg von bis zu 16 Kilometern haben, haben durch die Homeoffice-Pauschale einen steuerlichen Vorteil. Wie das Finanzamt bei Mitarbeitern verfährt, die ihr Bahn-Abo-Ticket absetzen, ist ebenfalls noch unklar.

Was ist nach der Corona-Krise und welche Homeoffice-Kosten werden vom Arbeitgeber übernommen?

Nach der Corona-Pandemie soll erst einmal wieder Schluss sein mit der Homeoffice-Pauschale. Schade, denn viele Unternehmen haben schon angekündigt, dass das Arbeiten zu Hause auch nach der Pandemie weiter möglich sein soll. Deshalb sollten Arbeitgeber bereits jetzt überlegen, wie sie ihre Mitarbeiter entlasten können: Sei es mit einem ergonomisch geformten Stuhl, um Rückenproblemen vorzubeugen, einem besseren Internetanschluss oder einer angemessenen Hardware. Mitarbeiter, die lange an kleinen Laptop-Bildschirmen sitzen, arbeiten zum einen nicht effizient, und zum anderen verderben sie sich ihre Augen und ihren Rücken. Statten Sie also rechtzeitig Ihre Mitarbeiter mit den benötigten Geräten aus, um Folgeschäden zu entgehen. Durch jahrelange Erfahrung in dem Bereich können wir von der BPV Unternehmensgruppe Ihnen konkret sagen, was Ihre Mitarbeiter wirklich benötigen, um effizient zu Hause zu arbeiten. Wir arbeiten mit starken Partnern zusammen, sodass wir Ihnen gute Angebote vorlegen können. Lassen Sie uns über Ihre Bedürfnisse sprechen oder lesen Sie unseren Blogbeitrag zum Thema “Was ist die ideale Ausstattung für die Arbeit im Homeoffice?“

Doch wer bezahlt die ganzen Anschaffungen? Rein rechtlich muss der Arbeitgeber für die entstehenden Kosten aufkommen, damit der Arbeitnehmer seiner Arbeitspflicht nachkommen kann. Das wären die Kosten für den Arbeitsplatz und die entsprechenden Arbeitsmittel. Kurz gesagt die Kosten, die auch bei einem zur Verfügung gestellten betrieblichen Arbeitsplatz angefallen wären.

Benutzt der Arbeitnehmer seinen privaten Laptop oder PC für seinen Job, so entstehen Aufwendungsersatzansprüche für die Anschaffung und Wartung – zumindest anteilig. Aber Vorsicht bei der gleichzeitigen Hardwarenutzung im privaten und beruflichen Bereich. Hier muss der Datenschutz sichergestellt werden. Zum einen gilt es, die Kundendaten zu schützen und zum anderen die eigenen Daten laut DSGVO. Was es hier zu beachten gibt, lesen Sie in unserem Blogbeitrag zur idealen Ausstattung für das Arbeiten im Homeoffice. Für Verbrauchsmaterialien wie zum Beispiel Papier sind die Kosten vom Arbeitgeber voll zu tragen. Die anteilige Beteiligung vom Arbeitgeber an Wasser-, Strom-, Heizungs- und Internet-Kosten ist hingegen schwieriger, da die Beweislage nicht eindeutig ist, welche Kosten sowieso angefallen sind und welche Kosten zusätzlich entstehen, wenn von zu Hause aus gearbeitet wird.

Sie merken, dass das Thema Kosten im Homeoffice nicht einfach ist. Am besten setzen Sie sich mit Ihrem Betriebsrat zusammen und handeln für die Mitarbeiter eine faire Lösung aus oder zeigen ihnen mit einem kleinen Beitrag Ihre Dankbarkeit, dass von zu Hause aus gearbeitet wird. Schließlich verringern sich die Bürokosten ebenfalls, wenn viele oder alle Mitarbeiter im Homeoffice sind.

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