11. Januar 2021

Ein Schlagwort der Coronapandemie lautet Homeoffice

Durch die Pandemie, die durch das Coronavirus ausgelöst wurde, ist das Wort Homeoffice in vielen Firmen nicht mehr wegzudenken. Doch ist das Wort Homeoffice wirklich die korrekte Beschreibung? Oder handelt es sich hier um mobiles Arbeiten? In diesem Blogbeitrag klären wir, was der Unterschied ist und was Arbeitnehmer und Arbeitgeber beachten sollten.

Homeoffice oder Telearbeit ist ein vom Arbeitgeber eingerichteter Arbeitsplatz

Das Wort Homeoffice hat sich bereits als Synonym für das Arbeiten zu Hause eingebürgert. Korrekterweise wird jedoch nicht von Homeoffice gesprochen, sondern von Telearbeit, wenn das ortsgebundene Arbeiten von zu Hause aus gemeint ist. Bei der Telearbeit hat der Arbeitgeber einige rechtliche Dinge zu beachten, die unter anderem in der Arbeitsstättenverordnung geregelt sind. Hier ist zum Beispiel festgelegt, wie der Bildschirmarbeitsplatz auszusehen hat: Der Arbeitgeber muss dafür Sorge tragen, dass der Homeoffice-Arbeitsplatz den gleichen gesetzlichen Anforderungen entspricht wie im Office. Hierzu zählen das benötigte Mobiliar und entsprechende Arbeitsmittel einschließlich der Kommunikationseinrichtung. Zudem sollte die wöchentliche Arbeitszeit und die Homeoffice-Dauer geregelt werden, denn auch im Homeoffice gelten die Arbeitszeitgesetze. Idealerweise vereinbaren Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Tage und Zeiten, an denen im Homeoffice gearbeitet wird, schriftlich.

Welche Ausstattung Sie im Homeoffice benötigen, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Was ist die ideale Ausstattung für die Arbeit im Homeoffice?“.

Mobiles Arbeiten gibt einem die Freiheit, überall zu arbeiten

Bei mobilen Arbeitsplätzen ist die Wahl des Ortes, an dem gearbeitet wird, frei. Sie können im Zug, im Hotelzimmer oder zu Hause arbeiten. Da der Arbeitgeber in Cafés oder Hotels nicht für die Einhaltung der Arbeitsstättenverordnung sorgen kann, greift diese im Falle des mobilen Arbeitens nicht. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) Paragraf 670 ist er lediglich verpflichtet, für die Anschaffung von für die Arbeit dringend benötigten elektronischen Geräten wie Laptop, Smartphone oder gegebenenfalls Headset zu sorgen.

Zudem ist der Arbeitgeber verpflichtet, beim mobilen Arbeiten seine Mitarbeiter über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit laut Arbeitsschutzgesetz Paragraf 5 Absatz 1 sowie Paragraf 12 Absatz 1 zu unterweisen. Auch die Betriebssicherheitsverordnung muss eingehalten werden.

Die Arbeitszeiten sind gesetzlich geregelt, egal wo Sie arbeiten

Einen Unterschied beim mobilen Arbeiten und beim Homeoffice gibt es in Bezug auf die Arbeitszeit nicht. Für beide Varianten gilt die Einhaltung der Schutzvorschriften des Arbeitsgesetzes (ArbZG). Flexibles Arbeiten heißt jedoch nicht, dass der Mitarbeiter rund um die Uhr erreichbar sein muss. Auch hier gelten Pausenzeiten, Sonn- und Feiertagsschutz sowie Feierabend nach maximal zehn Stunden Arbeit.

Egal von wo aus Sie arbeiten, der Datenschutz muss immer eingehalten werden

Damit der Datenschutz sowohl im Homeoffice als auch beim mobilen Arbeiten eingehalten wird, muss der Arbeitgeber für entsprechende Schutzvorkehrungen sorgen. Gerade beim Arbeiten im Café oder in der Bahn sind vertrauliche Firmendaten gegebenenfalls nicht ausreichend geschützt. Auch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) muss eingehalten werden, vor allem wenn beim mobilen Arbeiten die Grenzen vom Beruflichen und Privaten ineinander verschwimmen. Lesen Sie hierzu auch unseren Blogbeitrag „Was Sie bei der privaten Nutzung des Firmenlaptops beachten müssen“.

Die Vorteile beider Varianten noch einmal zusammengefasst:

Die Vorteile des mobilen Arbeitens:

  • Mitarbeiter sind nicht auf einen festen Arbeitsplatz beschränkt und dadurch flexibler.
  • Effiziente Nutzung von Reisezeiten.
  • Die Umsetzung vom mobilen Arbeiten ist einfacher, da weniger gesetzliche Vorschriften eingehalten werden müssen.
  • Beim mobilen Arbeiten entstehen oft weniger Kosten für den Arbeitgeber.

Die Vorteile des Homeoffice:

  • Für den Arbeitgeber ist die Einhaltung des Arbeitsschutzes besser kontrollierbar.
  • Datenschutzverstöße sind seltener als beim mobilen Arbeiten.
  • Es gibt klare Regeln, wann der Mitarbeiter wie lange im Homeoffice arbeitet.
  • Die Arbeitnehmer sind im Homeoffice besser erreichbar.
  • In der Regel können Mitarbeiter von zu Hause aus konzentrierter arbeiten als zum Beispiel im Café oder im Zug, wo sie möglicherweise einen WLAN-Ausfall hinnehmen müssen.

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